Die Geschichte von Davidoff: Von Genf in die Dominikanische Republik
Blatt & Glut Redaktion · aktualisiert am

Kaum eine Zigarrenmarke ist so eng mit einer Person verbunden wie Davidoff mit Zino Davidoff. Die Geschichte führt von einem kleinen Tabakladen in Genf über Kuba bis in die Dominikanische Republik.
Ein Tabakladen in Genf
1911 eröffnete Henri Davidoff in Genf ein Tabakgeschäft; die Familie war aus dem Russischen Kaiserreich in die Schweiz gezogen. Sohn Zino wuchs zwischen Tabakballen auf, reiste als junger Mann durch Mittel- und Südamerika und lernte den Tabakanbau an der Quelle kennen. Zurück in Genf, legte er großen Wert auf die richtige Lagerung — der klimatisierte Keller des Geschäfts wurde zum Vorbild für spätere begehbare Humidore.
Château-Serie und kubanische Jahre
Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf Zino die berühmte Château-Serie, deren Zigarren nach großen Bordeaux-Weingütern benannt waren — eine frühe Verbindung von Zigarre und Wein. 1968 entstand in Zusammenarbeit mit dem kubanischen Staatsmonopol die Marke Davidoff, gefertigt auf Kuba.
Neubeginn in der Dominikanischen Republik
Ende der 1980er-Jahre endete die Zusammenarbeit mit Kuba. Davidoff verlegte die Produktion in die Dominikanische Republik und baute dort mit dem Blender Hendrik „Henke“ Kelner eine eigene Manufaktur auf. Die dominikanischen Klassiker mit weißer Bauchbinde machten Davidoff zur Weltmarke — mehr dazu unter Davidoff Core.
Aufbruch zu neuen Tabaken

2013 erschien mit der Davidoff Nicaragua die erste Davidoff seit Jahrzehnten, deren Tabak nicht aus der Dominikanischen Republik stammt. Es folgten die Escurio mit brasilianischem Tabak und die Yamasá aus einem lange als unbebaubar geltenden Tal der Dominikanischen Republik (Davidoff Discovery).
Das Erbe von Zino Davidoff
Zino Davidoff prägte die Marke mit einer Haltung, die bis heute gilt: Zigarren sind ein Genuss, der Zeit, Pflege und Gastfreundschaft verlangt. Er legte Wert auf perfekte Lagerung, auf eine persönliche Beratung im Laden und auf eine Ästhetik, die nie laut wird. Diese Haltung spiegelt sich in der zurückhaltenden weißen Bauchbinde ebenso wie im schlichten Design der Accessoires. Auch die Idee, Zigarre und Wein zusammenzudenken — sichtbar in der Château-Serie —, lebt in der heutigen Grand Cru weiter.
Davidoff heute: die Linien im Überblick
| Linie | Bauchbinde | Stärke (Katalog) | Charakter |
|---|---|---|---|
| Signature | weiß | sehr mild | Blumen, Holz, Kaffee, Creme |
| Grand Cru | weiß | mild | Holz, Nuss, Würze — Erbe der Château-Serie |
| Aniversario | weiß | mittel | Zeder, Leder, Nuss, Pfeffer |
| Millennium | weiß | kräftig | Schokolade, Karamell, Pfeffer |
| Winston Churchill | eigene | kräftig | Holz, Pfeffer, Leder, Kaffee |
| Nicaragua | schwarz | kräftig | bittersüß, Kaffee, Kakao |
| Escurio | schwarz | kräftig | süß, würzig, brasilianisch |
| Yamasá | schwarz | kräftig | erdig, Holz, Nuss |
Dazu kommen die exklusive Royal Release, jährliche Limited Editions und die Neujahrseditionen (Davidoff Chinese New Year).
Mehr als Zigarren
Davidoff steht auch für Zubehör und Pfeifentabak: Cutter, Bohrer, Ascher und Feuerzeuge im schlichten Design (Davidoff Accessoires), dazu die Schwestermarke Zino. Wer die Marke verschenken möchte, findet Ideen nach Budget in Davidoff Geschenke.
Zeittafel
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1911 | Henri Davidoff eröffnet einen Tabakladen in Genf |
| nach 1945 | Zino Davidoff schafft die Château-Serie |
| 1968 | Davidoff-Zigarren entstehen in Kuba |
| Ende der 1980er | Ende der Zusammenarbeit mit Kuba, Neubeginn in der Dominikanischen Republik |
| 1994 | Zino Davidoff stirbt |
| 2013 | Davidoff Nicaragua eröffnet die Discovery-Linien |
Zino Davidoff starb 1994. Sein Anspruch an Qualität und Gastfreundschaft prägt die Marke bis heute.
Häufige Fragen
Wo werden Davidoff Zigarren hergestellt?
Überwiegend in der Dominikanischen Republik. Mit den Discovery-Linien kamen Blends mit Tabaken aus Nicaragua, Brasilien und anderen Ländern hinzu.
Waren Davidoff Zigarren früher kubanisch?
Ja. Von 1968 bis zum Ende der 1980er-Jahre wurde Davidoff in Kuba gefertigt; danach verlegte die Marke ihre Produktion in die Dominikanische Republik.
Wer war Zino Davidoff?
Der Sohn des Firmengründers Henri Davidoff. Er prägte die Marke über Jahrzehnte, schuf die Château-Serie und machte Davidoff zur Weltmarke. Er starb 1994.
Was war die Château-Serie?
Eine Zigarrenserie, deren Zigarren nach großen Bordeaux-Weingütern benannt waren — eine frühe Verbindung von Zigarre und Wein. Die heutige Grand Cru knüpft daran an.
Wer ist Henke Kelner?
Der Blender, mit dem Davidoff in der Dominikanischen Republik eine eigene Manufaktur aufbaute. Er arbeitete auch rund zwei Jahrzehnte an der Yamasá.
Was ist der Unterschied zwischen weißer und schwarzer Bauchbinde?
Die weiße Bauchbinde kennzeichnet die klassischen Linien, die schwarze die kräftigeren Discovery-Linien Nicaragua, Escurio und Yamasá.
Welche Davidoff ist für Einsteiger?
Die Signature — sehr mild, cremig und elegant.
Wo hatte Davidoff seinen ersten Laden?
In Genf, wo Henri Davidoff 1911 ein Tabakgeschäft eröffnete.
Ist Davidoff eine Schweizer Marke?
Ja, die Marke hat ihre Wurzeln in Genf. Die Zigarren werden heute überwiegend in der Dominikanischen Republik gefertigt.
Wann begann Davidoff in der Dominikanischen Republik?
Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Kuba Ende der 1980er-Jahre; seit 1990 werden Davidoff-Zigarren dort gefertigt.
Was ist die Davidoff Royal Release?
Eine der exklusivsten Linien der Marke, etwa als Robusto oder Salomones — für besondere Anlässe.
Was bedeutet die weiße Bauchbinde bei Davidoff?
Sie kennzeichnet die klassischen Linien wie Signature, Grand Cru, Aniversario und Millennium.
Was ist Zino?
Die Schwestermarke von Davidoff mit Zigarren wie der Zino Nicaragua sowie Zubehör, Humidoren und Reiseetuis.
Welche Davidoff sollte man zuerst probieren?
Eine Signature No. 2000 — sehr mild, elegant und typisch für den Stil, mit dem die Marke berühmt wurde.