Zigarre anzünden: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Blatt & Glut Redaktion · aktualisiert am

Das Anzünden entscheidet mehr über den Genuss, als viele denken: Wer den Fuß der Zigarre gleichmäßig anröstet, bekommt einen geraden Abbrand, einen kühlen Rauch und ein Aroma, das sich über die ganze Rauchdauer entfalten kann. Wer dagegen hastig in die Flamme zieht, verbrennt das Deckblatt und startet mit einem bitteren ersten Zug. Die gute Nachricht: Richtig anzünden ist keine Kunst — es braucht nur etwas Geduld und die passende Feuerquelle.
Die richtige Feuerquelle
Grundregel: Das Feuer darf nicht schmecken. Zigarrentabak nimmt Gerüche auf, deshalb scheiden Benzinfeuerzeuge, Kerzen und gewöhnliche Schwefel-Streichhölzer aus.
- Gasfeuerzeug mit Jetflame — die heiße, gebündelte Turboflamme ist windstabil und erwärmt auch große Ringmaße schnell. Single-, Double- und Triple-Jets unterscheiden sich in der Zahl der Düsen: Je dicker die Zigarre, desto hilfreicher sind mehrere Flammen. Eine Auswahl finden Sie bei unseren Zigarrenfeuerzeugen.
- Softflame-Feuerzeug — die klassische gelbe Flamme zündet sanfter, braucht aber Windstille. Bei schlanken Formaten bis Ringmaß 41 ist sie oft die kontrolliertere Wahl.
- Lange Zigarrenstreichhölzer — schwefelarm und mit langer Brenndauer. Lassen Sie den Zündkopf vollständig abbrennen, bevor die Flamme an die Zigarre kommt.
- Zedernholzspan — die stilvollste Variante: Ein dünner Span aus Spanischer Zeder wird an der Flamme entzündet und dient als „Fidibus“. Der leichte Zedernduft passt gut zur Zigarre.
Füllen Sie Gasfeuerzeuge mit hochreinem Butan nach. Billiges Gas enthält Rückstände, die mit der Zeit die Düse verstopfen.

Zigarre anzünden in vier Schritten
Bevor Sie anzünden, muss die Zigarre angeschnitten sein — wie das geht, erklärt unser Ratgeber Zigarren anschneiden. Suchen Sie sich einen windgeschützten Platz.
1. Fuß anrösten („toasten“). Halten Sie die Zigarre im 45-Grad-Winkel mit dem Fuß knapp über die Flammenspitze — die Flamme berührt den Tabak nicht. Drehen Sie die Zigarre langsam, bis der gesamte Rand und die Schnittfläche leicht schwarz anlaufen. Noch nicht ziehen.
2. Glutkreis aufbauen. Rösten Sie weiter, bis rundum ein gleichmäßiger Glutring entsteht. Fehlt auf einer Seite die Glut, brennt die Zigarre später schief ab („Tunneling“ oder „Canoeing“).
3. Anziehen. Nehmen Sie die Zigarre in den Mund, halten Sie die Flamme etwa einen Zentimeter vor den Fuß und ziehen Sie mit kurzen, ruhigen Zügen, während Sie die Zigarre drehen. Die Flamme wird dabei zum Tabak „gesaugt“.
4. Kontrollieren. Nehmen Sie die Zigarre aus dem Mund und blasen Sie sanft auf den Fuß. Glüht er überall gleichmäßig, ist die Zigarre rauchbereit. Wo es dunkel bleibt, kurz nachrösten.
Häufige Fehler beim Anzünden
- Direkt in die Flamme halten: Die Flamme verkohlt das Deckblatt, der erste Zug schmeckt nach Ruß.
- Zu hastig ziehen: Viele schnelle Züge überhitzen die Glut. Rauchen Sie in einem ruhigen Rhythmus — etwa ein Zug pro Minute.
- Nur eine Seite anzünden: Ein unvollständiger Glutkreis rächt sich im ganzen Rauchverlauf. Mehr dazu im Artikel zum Abbrandverhalten.
- Zu feuchte Zigarren: Eine Zigarre aus einem überfeuchteten Humidor zündet schwer und geht immer wieder aus. Ideal sind 65–72 % Luftfeuchte — siehe Zigarren lagern.

Feuerquellen im Vergleich
| Feuerquelle | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Jetflammen-Feuerzeug | windfest, schnell, präzise | kann bei zu großer Nähe verkohlen |
| Softflammen-Feuerzeug | sanft, klassisch | windempfindlich |
| Langes Streichholz | stilvoll, geruchsneutral nach Abbrennen des Schwefels | brennt schnell ab |
| Zedernspan | traditionell, aromatisch | Vorbereitung nötig |
| Benzinfeuerzeug, Kerze | — | verfälscht den Geschmack |
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Anzünden bei Wind und draußen
Draußen ist ein Jetflammen-Feuerzeug die beste Wahl. Drehen Sie sich mit dem Rücken zum Wind, schirmen Sie die Flamme mit der Hand ab und rösten Sie den Fuß rundum an. Weitere Tipps fürs Rauchen im Freien finden Sie in Zigarren zum Grillen.
Wenn die Zigarre ausgeht
Dass eine handgerollte Zigarre zwischendurch erlischt, ist normal und kein Qualitätsmangel. Klopfen Sie die Asche ab, blasen Sie einmal kräftig durch den Kopf, damit kalter Rauch entweicht, und zünden Sie wie oben beschrieben neu an. Je früher Sie das tun, desto besser bleibt der Geschmack.
Wie es nach dem Anzünden weitergeht — Zugrhythmus, Asche, Rauchverlauf — lesen Sie in unserem Ratgeber Zigarre rauchen.
Welches Feuerzeug sich eignet, erklärt Zigarrenfeuerzeug kaufen.
Häufige Fragen
Welche Seite der Zigarre zündet man an?
Den Fuß — das offene Ende, an dem man die Tabakblätter der Einlage sieht. Der Kopf mit der Kappe wird angeschnitten und kommt in den Mund.
Kann man eine Zigarre mit einem normalen Feuerzeug anzünden?
Mit einem Gasfeuerzeug ja, mit einem Benzinfeuerzeug besser nicht: Benzin hinterlässt einen Geruch, der in den Tabak übergeht. Draußen ist ein Jetflame-Feuerzeug am zuverlässigsten, weil der Wind die Flamme nicht ausbläst.
Darf man eine erloschene Zigarre wieder anzünden?
Ja. Klopfen Sie die Asche ab, blasen Sie einmal kräftig durch die Zigarre, um abgestandenen Rauch zu entfernen, und rösten Sie den Fuß dann wie beim ersten Anzünden an. Innerhalb von ein bis zwei Stunden gelingt das gut; eine über Nacht erloschene Zigarre schmeckt meist bitter.
Warum geht meine Zigarre immer wieder aus?
Meist wurde sie nicht rundum angezündet oder es wird zu selten gezogen — etwa einmal pro Minute ist ein guter Rhythmus. Eine zu feucht gelagerte Zigarre brennt ebenfalls schlecht; dann hilft ein Humidor mit 65–72 % Luftfeuchtigkeit.
Wie weit hält man die Flamme von der Zigarre weg?
Etwa einen Zentimeter unter den Fuß, sodass die Flammenspitze den Tabak nur berührt. Direkter Kontakt verkohlt die Zigarre.
Was ist ein Zedernspan?
Ein dünner Span aus Zedernholz, der angezündet wird und eine sanfte, aromatische Flamme zum Anzünden liefert.