Deutsche Zigarren & Zigarillos: Marken aus Deutschland
Blatt & Glut Redaktion ·

Wer an Zigarren denkt, denkt an Kuba, Nicaragua oder die Dominikanische Republik. Dabei hat Deutschland eine der ältesten Zigarrentraditionen Europas. Rund um Bünde in Ostwestfalen entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche Zigarrenfabriken — die Stadt nennt sich bis heute „Zigarrenstadt“ und beherbergt das Deutsche Tabak- und Zigarrenmuseum. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten deutschen Zigarrenmarken vor und erklärt, was sie auszeichnet.
Was macht eine Zigarre „deutsch“?
Ein wichtiger Punkt vorweg: In Deutschland wird so gut wie kein Zigarrentabak angebaut. „Deutsche Zigarren“ sind Zigarren und Zigarillos, die von deutschen Herstellern entwickelt und gefertigt werden — mit Tabak aus Brasilien, Indonesien, der Karibik oder Afrika. Auf unseren Produktseiten geben wir deshalb die Herkunft der Tabake an, nicht den Sitz des Herstellers. Viele deutsche Zigarillos tragen bei uns daher das Herkunftsland Brasilien, weil Einlage und Deckblatt dort wachsen.
Typisch für den deutschen Stil sind:
- Maschinelle Fertigung mit gleichbleibender Qualität,
- kleine Formate — Zigarillos, Minis und Kurzzigarren,
- Brasil- und Sumatra-Deckblätter mit würziger oder süßer Note,
- faire Preise für den täglichen Genuss.
Die wichtigsten deutschen Marken
Handelsgold
Handelsgold gehört zu den bekanntesten Zigarrenmarken Deutschlands und wird von Arnold André in Bünde hergestellt. Das Familienunternehmen wurde 1817 gegründet und bezeichnet sich selbst als größten Zigarrenhersteller Deutschlands. Handelsgold ist vor allem für aromatisierte Zigarillos bekannt — in Sorten wie Blond Vanilla, Brown Coffee oder Dark Red Cherry. Wer es naturbelassen mag, greift zur Brasil 154 oder zu den Kurzzigarren von Handelsgold Klassik.
Clubmaster
Auch Clubmaster stammt aus dem Hause Arnold André. Die Marke ist in drei Linien aufgeteilt:
- Clubmaster Minis — kleine Zigarillos in Blue, White und Red, mit oder ohne Filter, etwa die Mini Blue Filter.
- Clubmaster Superior — etwas größere Formate, darunter Sumatra No. 141 und Brazil No. 144.
- Clubmaster Cigarillos — weitere Zigarillo-Formate.
Besonders ist der Clubmaster 1817 No. 200: Der Name erinnert an das Gründungsjahr von Arnold André. Er kombiniert ein Ecuador-Deckblatt mit Einlage aus Brasilien und der Dominikanischen Republik.
Dannemann

Dannemann hat eine besondere Geschichte: Der aus Bremen stammende Geraldo Dannemann gründete 1873 im brasilianischen São Félix (Bahia) eine Zigarrenmanufaktur. Bis heute steht die Marke für Brasil-Tabak — und für den Vergleich mit Sumatra. Die Dannemann GmbH hat ihren Sitz in Lübbecke in Ostwestfalen. Im Sortiment:
- Dannemann Speciale als Sumatra und Brasil,
- die schlanken Collofino No. 60,
- Pierrot und Samba,
- dazu Dannemann Zigarren und Pfeifentabak.
Al Capone
Al Capone ist eine der bekanntesten Zigarillo-Marken mit Filter. Als Hersteller wird die Dannemann GmbH in Lübbecke genannt. Typisch sind die süß aromatisierten Deckblätter und das handliche Format — etwa der Al Capone Original Filter oder der Duo Filter.
WTF!
Eine junge Marke von Arnold André sind die WTF! Shisharillos: Zigarillos mit Aromen, die an Shisha-Tabak erinnern. Sie richten sich an Genießer, die es fruchtig und süß mögen.
Villiger
Villiger ist ein Schweizer Familienunternehmen, das auch in Deutschland produziert und im deutschsprachigen Raum zu den großen Namen gehört. Bekannt sind die Villiger Virginias — die „krummen Hunde“, über die wir im Ratgeber Krumme Hunde schreiben — und die Villiger Premium Zigarillos.
Aromatisiert oder naturbelassen?
Viele deutsche Zigarillos sind aromatisiert — mit Vanille, Kirsche, Kaffee oder Schokolade. Das Aroma steckt meist im Deckblatt oder im Mundstück und sorgt für einen süßlichen Geschmack auf den Lippen. Wer den reinen Tabak schmecken möchte, wählt eine naturbelassene Variante mit Brasil- oder Sumatra-Deckblatt. Die Unterschiede erklärt unser Ratgeber Aromatisierte Zigarren, alle Sorten finden Sie unter aromatisierte Zigarillos und unaromatisierte Zigarillos.
Mit oder ohne Filter?
Ein Filter oder Mundstück macht das Zigarillo sauberer im Mund und erleichtert das Halten. Puristen bevorzugen filterlose Zigarillos, weil der Rauch direkter schmeckt. Beide Varianten finden Sie unter Zigarillos mit Filter und filterlose Zigarillos.
Für wen eignen sich deutsche Zigarillos?
- Für die kurze Pause. Ein Zigarillo brennt etwa 10 bis 20 Minuten.
- Für Einsteiger. Die günstigen Preise laden zum Ausprobieren ein.
- Für unterwegs. Packungen mit 5, 10 oder 20 Stück passen in jede Jackentasche.
- Als Ergänzung zur Premium-Zigarre. Viele Aficionados rauchen tagsüber ein Zigarillo und abends eine handgemachte Zigarre.
Deutsche Zigarren und Premium-Longfiller
Wer nach der Zigarillo-Phase tiefer einsteigen möchte, findet den Weg zu handgemachten Longfillern aus Mittelamerika und der Karibik. Ein guter Übergang sind milde Zigarren mit Sumatra- oder Connecticut-Deckblatt. Lesen Sie dazu Sumatra-Zigarren und den Einsteiger-Guide.
Fazit
Deutsche Zigarren sind ein Stück Industriekultur: Seit über 200 Jahren fertigen Hersteller in Ostwestfalen Zigarren und Zigarillos — mit Tabak aus aller Welt. Handelsgold, Clubmaster, Dannemann und Al Capone stehen für verlässliche Qualität zu fairen Preisen. Alle Marken finden Sie in unserer Kategorie Zigarillos und im Marken-Verzeichnis.
Häufige Fragen
Gibt es deutsche Zigarren?
Ja. Deutschland hat eine lange Zigarrentradition, vor allem in Ostwestfalen. Hersteller wie Arnold André in Bünde (Handelsgold, Clubmaster) oder Dannemann in Lübbecke fertigen bis heute Zigarren und Zigarillos. Der Tabak stammt allerdings aus Brasilien, Indonesien und der Karibik — in Deutschland selbst wird kaum Zigarrentabak angebaut.
Welche Zigarrenmarken kommen aus Deutschland?
Zu den bekanntesten gehören Handelsgold, Clubmaster, Dannemann und Al Capone. Sie sind vor allem für maschinell gefertigte Zigarillos und Kurzzigarren bekannt.
Sind deutsche Zigarren handgemacht?
Die meisten deutschen Marken fertigen maschinell — das sorgt für gleichbleibende Qualität und günstige Preise. Handgemachte Longfiller kommen überwiegend aus Kuba, der Dominikanischen Republik, Nicaragua und Honduras.