Fidel Castro und die Zigarre: Wie Cohiba und Trinidad entstanden
Blatt & Glut Redaktion · aktualisiert am
Kaum ein Bild prägt die Vorstellung von Kuba so sehr wie Fidel Castro mit Zigarre. Für die Zigarrenwelt ist er vor allem aus einem Grund wichtig: Ohne ihn gäbe es Cohiba nicht — und wohl auch nicht Trinidad.

Die Geburt von Cohiba
Der bekanntesten Geschichte nach fiel Castro Anfang der 1960er-Jahre auf, dass einer seiner Leibwächter besonders gute Zigarren rauchte. Sie stammten von einem Torcedor namens Eduardo Ribera, der für Freunde eine eigene Mischung rollte. Castro ließ die Zigarren fortan für sich fertigen. 1966 wurde die Produktion in die Manufaktur El Laguito in einem Vorort Havannas verlegt, unter Geheimhaltung und ausschließlich für Castro, die Regierung und Staatsgeschenke.
Den Namen „Cohiba“ entlehnte man der Sprache der Taíno, der Ureinwohner Kubas, die damit gerollte Tabakblätter bezeichnet haben sollen.
Vom Staatsgeschenk in den Handel
1982 wurde Cohiba international auf den Markt gebracht. Anfangs gab es nur wenige Formate — die heutige Línea Clásica, darunter die Lancero, die Castros bevorzugtes Format gewesen sein soll. Später kamen die Linien Siglo (1992, zum 500. Jahrestag der Ankunft von Kolumbus), Maduro 5 und die Spitzenlinie Behike hinzu. Cohiba ist heute die prestigeträchtigste Marke Kubas (Kubanische Zigarrenmarken).
Trinidad: die Diplomatenzigarre
Ab 1969 entstand in El Laguito eine weitere Marke, ebenfalls zunächst nur als diplomatisches Geschenk: Trinidad. Erst 1998 kam sie mit dem Format Fundadores in den Handel; weitere Formate folgten. Trinidad gilt als elegant und mittelkräftig — eine gute Alternative, wenn Cohiba vergriffen ist.
Castro hört auf
1985 legte Castro die Zigarre ab. Er erklärte, er wolle die staatliche Kampagne gegen das Rauchen unterstützen und mit gutem Beispiel vorangehen — eine bemerkenswerte Wendung für den bekanntesten Zigarrenraucher der Welt. Castro starb am 25. November 2016 im Alter von 90 Jahren. Politisch bleibt er eine der umstrittensten Figuren des 20. Jahrhunderts; seine Herrschaft war von Sozialreformen ebenso geprägt wie von Repression und Unfreiheit.
Cohiba und Trinidad heute
Die beiden Marken, die eng mit Castro verbunden sind, gehören heute zu den begehrtesten Habanos:
- Cohiba — mit Linien wie Línea Clásica, Siglo und Behike; auch als Short und Mini erhältlich. Die Spitzenlinie Behike ist für ihre seltenen Medio-Tiempo-Blätter bekannt (Die teuersten Zigarren).
- Trinidad — einst Diplomatenzigarre, heute mit Formaten wie Coloniales, Reyes und Short; typisch ist der gedrehte Fan-Tail-Kopf.
Weil beide Marken stark nachgefragt werden, sind einzelne Formate oft knapp — warum, erklärt Warum sind kubanische Zigarren oft nicht lieferbar?.
Mythos und Wirklichkeit
Um Castro und die Zigarre ranken sich viele Legenden — vom angeblich vergifteten Zigarrengeschenk aus Geheimdienstplänen bis zu seinem öffentlichen Rauchstopp. Manche Geschichten sind dokumentiert, andere eher Erzählungen. Sicher ist: Kaum ein Politiker hat das Image der kubanischen Zigarre so geprägt wie er. Mehr Persönlichkeiten der Zigarrengeschichte finden Sie in Winston Churchill und die Zigarre und Sigmund Freud und die Zigarre.
Castros Zigarren heute
Die Marken, die für ihn entstanden, sind heute frei erhältlich — allerdings knapp und seit der Preisangleichung von 2022 teuer (Warum sind kubanische Zigarren so teuer?). Alle verfügbaren Formate finden Sie unter Cohiba, Trinidad und Kubanische Zigarren. Mehr zur Geschichte der Havanna lesen Sie unter Mythos Havanna-Zigarre.
Castros Zigarren probieren
Wer den Stil nachempfinden möchte, der in El Laguito entstand, beginnt mit einem kleinen Cohiba-Format wie der Cohiba Línea Clásica Short oder der Cohiba Wide Short. Die große Geste bietet die Cohiba Línea Clásica Esplendidos im Churchill-Format. Von Trinidad zeigen die Trinidad Short und die Trinidad Reyes den eleganten Stil der einstigen Diplomatenzigarre.
Häufige Fragen
Welche Zigarre rauchte Fidel Castro?
Vor allem Cohiba, die ab 1966 eigens für ihn und als Staatsgeschenk in der Manufaktur El Laguito gefertigt wurde. Bekannt ist besonders das lange, schlanke Format Lancero.
Wann hörte Fidel Castro mit dem Rauchen auf?
1985. Er begründete das öffentlich mit der Gesundheitskampagne gegen das Rauchen in Kuba und erklärte, er wolle mit gutem Beispiel vorangehen.
Seit wann kann man Cohiba kaufen?
Seit 1982 ist Cohiba international im Handel erhältlich, zunächst mit wenigen Formaten der heutigen Línea Clásica.
Welche Zigarren rauchte Fidel Castro?
Vor allem Cohiba, die Marke entstand in den 1960er-Jahren zunächst als Zigarre für ihn und für Staatsgeschenke.
Was ist die Trinidad?
Eine kubanische Marke, die zunächst als Diplomatengeschenk diente und nach der Stadt Trinidad benannt ist. Typisch ist der gedrehte Fan-Tail-Kopf.
Ist Cohiba die beste kubanische Zigarre?
Cohiba ist die bekannteste und eine der hochwertigsten Marken. Welche Havanna die beste ist, hängt aber vom persönlichen Geschmack ab.
Welche Cohiba ist die günstigste?
Kleine Formate wie die Cohiba Línea Clásica Short für knapp 2 € pro Stück.
Was ist El Laguito?
Eine Zigarrenfabrik in Havanna, in der Cohiba entstand. Sie gilt bis heute als besonders renommierte Manufaktur.
Wurde Castro mit einer Zigarre attackiert?
Es gibt Berichte über Pläne, ihm präparierte Zigarren zukommen zu lassen. Viele Details solcher Geschichten sind jedoch umstritten oder nicht belegt.
Welche Zigarre raucht man, um den Castro-Stil kennenzulernen?
Eine Cohiba — für den Einstieg ein kleines Format wie die Línea Clásica Short, für den großen Moment die Esplendidos.
Welche Cohiba ist die bekannteste?
Zu den bekanntesten gehören die Línea Clásica Esplendidos, Robustos und Lanceros — die Lancero gilt als das ursprüngliche Format.