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Sigmund Freud und die Zigarre: Genuss, Zitat und Wahrheit

Blatt & Glut Redaktion · aktualisiert am

Sigmund Freud (1856–1939) ist nicht nur der Begründer der Psychoanalyse, sondern auch einer der bekanntesten Zigarrenraucher der Geschichte. Auf vielen Fotos sieht man ihn mit Zigarre — in der Hand, im Mund oder auf dem Rand des Aschenbechers.

Sigmund Freud mit Zigarre in seinem Arbeitszimmer

Eine lebenslange Gewohnheit

Freud begann als junger Mann zu rauchen und hörte nie wirklich auf. Sein Freund und Biograf Ernest Jones berichtete von rund 20 Zigarren am Tag. Freud selbst schrieb, das Rauchen steigere seine Arbeitskraft und Selbstbeherrschung. Die Zigarre begleitete ihn beim Schreiben, in Gesprächen und bei langen Spaziergängen durch Wien.

Der hohe Preis

1923 wurde bei Freud Krebs im Mundraum diagnostiziert. Es folgten über 30 Operationen und eine Prothese im Kiefer. Trotz dringender ärztlicher Ratschläge rauchte er weiter — für viele Biografen das deutlichste Beispiel dafür, wie schwer es selbst einem Analytiker der menschlichen Triebe fiel, eine Gewohnheit aufzugeben. Freud starb 1939 im Londoner Exil.

Das berühmte Zitat

„Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre“ — kein Satz wird Freud im Zusammenhang mit Zigarren häufiger zugeschrieben. Belegt ist er allerdings nicht: In seinen Schriften findet er sich nicht, und Quellen dafür tauchen erst Jahrzehnte nach seinem Tod auf. Die Pointe funktioniert trotzdem: Ausgerechnet der Mann, der überall verborgene Symbole sah, hätte zugegeben, dass Genuss manchmal einfach Genuss ist.

Welche Zigarren rauchte Freud?

Freud bezog seine Zigarren über die Wiener Tabaktrafiken; seine genauen Vorlieben sind nur bruchstückhaft überliefert. Zu Lebzeiten Freuds waren in Österreich Zigarren der staatlichen Tabakregie verbreitet, daneben Importe. Konkrete Markennamen, die zweifelsfrei belegt sind, gibt es nur wenige — viele Anekdoten über seine „Lieblingszigarre“ sind spätere Ausschmückungen. Sicher ist: Die Zigarre war für ihn ein Arbeitswerkzeug, ein Begleiter beim Denken und Schreiben.

Freuds Arbeitszimmer

Wer Fotos aus der Berggasse 19 in Wien oder aus seinem Londoner Exil betrachtet, sieht ein typisches Gelehrtenzimmer: Bücherwände, antike Figuren, ein Schreibtisch — und Aschenbecher. Die Zigarre gehörte zu seinem Arbeitsritual wie die Couch zu seiner Praxis. Das Freud-Museum in Wien erinnert bis heute an diese Räume.

Zigarre und Psychoanalyse

Freud selbst deutete das Rauchen als Ersatzhandlung und verglich es mit anderen Gewohnheiten. Gerade deshalb ist das ihm zugeschriebene Zitat so populär: Es lässt den Analytiker augenzwinkernd zugeben, dass nicht jede Gewohnheit eine tiefe Bedeutung haben muss. Ob er es gesagt hat oder nicht — das Bild des rauchenden Analytikers ist Teil der Kulturgeschichte geworden. Mehr zur Kultur rund um die Zigarre lesen Sie in Zigarren und Genusskultur.

Was wir heute daraus mitnehmen

Freuds Geschichte zeigt beide Seiten des Tabaks: die Ruhe und Konzentration, die eine Zigarre schenken kann — und das Risiko, wenn aus Genuss eine Abhängigkeit wird. Zigarrengenuss heißt heute: selten, bewusst und ohne Inhalieren (Zigarre rauchen).

Bewusst genießen statt dauerhaft rauchen

Freuds 20 Zigarren am Tag sind kein Vorbild. Moderner Zigarrengenuss setzt auf das Gegenteil: wenige, gut ausgewählte Zigarren, in Ruhe geraucht und nicht inhaliert. Wie das gelingt, beschreibt Bewusst genießen. Zigarren sind ein Genussmittel für Erwachsene und werden bei uns nur an Personen ab 18 Jahren verkauft.

Weitere Persönlichkeiten der Zigarrengeschichte: Winston Churchill, Fidel Castro und Henry Clay.

Persönlichkeiten und ihre Zigarren

PersonZigarren-BezugMehr
Sigmund Freudrund 20 Zigarren täglich, berühmtes (unbelegtes) Zitat—
Winston ChurchillNamensgeber des Churchill-FormatsChurchill
Fidel CastroEntstehung von CohibaCastro
Henry ClayNamensgeber einer ZigarrenmarkeHenry Clay

Häufige Fragen

Hat Freud wirklich gesagt: „Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre“?

Das ist nicht belegt. Der Satz taucht in Freuds Schriften nicht auf und wird ihm erst lange nach seinem Tod zugeschrieben. Er ist eher eine gute Anekdote als ein echtes Zitat.

Wie viele Zigarren rauchte Freud am Tag?

Sein Biograf Ernest Jones berichtet von rund 20 Zigarren täglich.

Woran erkrankte Freud?

1923 wurde Krebs im Mundraum diagnostiziert. Es folgten über 30 Operationen und eine Kieferprothese; Freud rauchte dennoch weiter und starb 1939 im Londoner Exil.

Welche Zigarren rauchte Freud?

Das ist nur bruchstückhaft überliefert. Konkrete Markennamen sind kaum zweifelsfrei belegt; viele Anekdoten über seine Lieblingszigarre sind spätere Ausschmückungen.

Was bedeutet das Zitat „Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre“?

Sinngemäß: Nicht alles hat eine verborgene Bedeutung. Dass ausgerechnet Freud das gesagt haben soll, macht die Pointe aus — belegt ist der Satz aber nicht.

Wo kann man Freuds Arbeitszimmer sehen?

Das Sigmund-Freud-Museum in der Berggasse 19 in Wien erinnert an seine Wohnung und Praxis; auch in London gibt es ein Freud-Museum.

Sollte man Zigarrenrauch inhalieren?

Nein. Zigarren werden gepafft; der Rauch wird im Mund gekostet und wieder ausgeblasen.

Welche berühmten Persönlichkeiten rauchten Zigarren?

Unter anderem Sigmund Freud, Winston Churchill und Fidel Castro; nach Henry Clay ist sogar eine Marke benannt.

Gibt es eine Zigarre, die nach Freud benannt ist?

Eine bekannte Marke, die seinen Namen trägt, ist uns nicht bekannt. Freud bleibt vor allem durch Fotos und Anekdoten mit der Zigarre verbunden.

Warum ist Freud mit Zigarre so bekannt?

Weil er auf vielen Fotos mit Zigarre zu sehen ist und das ihm zugeschriebene Zitat über die Zigarre weltweit zitiert wird.

Wo lebte Freud zuletzt?

Nach seiner Emigration 1938 lebte er in London, wo er 1939 starb. Auch dort ist ein Freud-Museum eingerichtet.